Beim Pinterest-Affiliate-Marketing erstellst du Pins zu Produkten oder Themen und verlinkst sie mit einem Affiliate-Link – entweder direkt zum Shop oder zu einem Artikel auf deiner Website. Weil Pinterest wie eine visuelle Suchmaschine funktioniert und Nutzer dort gezielt nach Ideen und Produkten suchen, können Pins über Monate Klicks und Provisionen bringen.
Warum Pinterest für Affiliate-Marketing?
Pinterest wird oft zu den sozialen Netzwerken gezählt, funktioniert aber eher wie eine Suchmaschine. Menschen kommen nicht hierher, um Freunden zu folgen, sondern um Ideen zu finden und Käufe zu planen: die neue Wohnzimmereinrichtung, das Outfit für die Hochzeit, die Ausrüstung für den Wanderurlaub. Für Publisher bietet das vier Vorteile:
Nutzer suchen aktiv nach Inspiration und Produkten – oft in einer frühen Phase der Kaufentscheidung.
Ein Instagram-Post ist nach einem Tag vergessen. Ein guter Pin kann über Monate in der Suche auftauchen und Klicks bringen.
Jeder Pin kann auf eine Ziel-URL verweisen. Du brauchst keinen Umweg über einen „Link in der Bio“.
Pins werden über die Suche ausgespielt, nicht nur an Follower. Auch neue Konten können so Reichweite aufbauen.
Welche Nischen auf Pinterest funktionieren
Pinterest ist ein visuelles Medium. Am besten funktionieren Themen, bei denen Bilder die Kaufentscheidung tragen und Menschen Inspiration suchen:
| Nische | Beispiele für Pins | Passende Programme |
|---|---|---|
| Wohnen & Einrichtung | Raumideen, Möbel-Kombinationen, Deko-Trends | Haus & Garten |
| Mode | Outfit-Ideen, Capsule Wardrobe, Anlass-Looks | Mode & Accessoires |
| Beauty | Pflegeroutinen, Make-up-Looks, Produktvergleiche | Beauty & Gesundheit |
| Reisen | Reiseziele, Packlisten, Unterkünfte | Reisen |
| Outdoor & Fitness | Ausrüstungslisten, Workout-Pläne, Wanderrouten | Outdoor & Sport |
| Garten & DIY | Anleitungen, Pflanzideen, Werkzeug-Empfehlungen | Haus & Garten |
Schwieriger sind Themen ohne visuelle Komponente, etwa Versicherungen oder Software. Hier funktionieren am ehesten Infografiken und Checklisten, die auf einen ausführlichen Artikel führen.
Direkt verlinken oder über den Blog?
Pinterest erlaubt Affiliate-Links direkt im Pin. Du kannst also ohne eigene Website starten. Viele erfolgreiche Publisher leiten Pins trotzdem zuerst auf einen eigenen Artikel. Beide Wege haben ihre Berechtigung:
Direkt zum Shop
- Schneller Start ohne eigene Website
- Ein Klick weniger bis zum Kauf
- Kein Kontakt zum Nutzer, keine Newsletter-Anmeldung möglich
- Nicht jedes Partnerprogramm erlaubt Direktverlinkung auf Social Media
Über einen eigenen Artikel
- Mehr Beratung, mehrere Produkte, höheres Vertrauen
- Besucher bleiben auf deiner Seite und kommen wieder
- Erfordert eine eigene Website
- Ein zusätzlicher Schritt bis zum Shop
Eine gute Faustregel: Für einzelne Produkte mit starkem Bild eignet sich der direkte Link. Für erklärungsbedürftige Produkte oder Vergleiche lohnt sich der Weg über einen Artikel, in dem du mehrere Optionen vorstellst. Prüfe in jedem Fall die erlaubten Werbeformen des Programms – im Partnerprogramm-Verzeichnis stehen sie auf jeder Programmseite.
Schritt für Schritt: So startest du
- Business-Konto anlegen. Ein kostenloses Unternehmenskonto gibt dir Zugriff auf Statistiken und erlaubt die Bestätigung deiner Website.
- Profil optimieren. Wähle einen Namen und eine Beschreibung, die dein Thema klar benennen, etwa „Wohnideen für kleine Wohnungen“.
- Pinnwände anlegen. Erstelle 5 bis 10 thematische Boards mit suchbaren Namen wie „Kleines Bad einrichten“ statt „Meine Lieblinge“.
- Partnerprogramme auswählen. Bewirb dich bei Programmen, die zu deinen Themen passen und Pinterest als Werbeform erlauben.
- Erste Pins erstellen. Starte mit 10 bis 20 Pins zu deinen wichtigsten Produkten oder Artikeln.
- Links einbauen und kennzeichnen. Setze den Affiliate-Link als Ziel-URL des Pins und kennzeichne die Werbung (mehr dazu unten).
- Regelmäßig pinnen. Lieber jeden Tag ein bis drei neue Pins als zwanzig auf einmal. Pinterest belohnt kontinuierliche Aktivität.
Pins gestalten, die geklickt werden
Auf Pinterest entscheidet das Bild in Sekundenbruchteilen, ob jemand stehen bleibt. Diese Grundregeln helfen:
- Hochformat verwenden: Das Seitenverhältnis 2:3, zum Beispiel 1000 × 1500 Pixel, nimmt im Feed am meisten Platz ein.
- Kurzer Text im Bild: Eine prägnante Überschrift wie „7 Ideen für den kleinen Balkon“ macht den Nutzen sofort klar.
- Eigene Fotos bevorzugen: Echte Anwendungsbilder wirken glaubwürdiger als reine Produktfotos. Nutze Bilder des Advertisers nur, wenn das Programm es erlaubt.
- Mehrere Varianten testen: Erstelle für denselben Link mehrere Pins mit unterschiedlichen Bildern und Überschriften.
- Video ausprobieren: Kurze Videos fallen im Feed auf und eignen sich gut für Anleitungen und Vorher-nachher-Effekte.
Pinterest-SEO: Gefunden werden
Weil Pinterest eine Suchmaschine ist, entscheiden Suchbegriffe darüber, wem deine Pins angezeigt werden. So findest und nutzt du die richtigen Keywords:
- Suchvorschläge nutzen: Tippe dein Thema in die Pinterest-Suche und notiere die Vorschläge. Sie zeigen, wonach Nutzer tatsächlich suchen.
- Trends beobachten: Mit Pinterest Trends siehst du, wann Themen saisonal ansteigen.
- Titel und Beschreibung: Verwende das wichtigste Keyword im Pin-Titel und formuliere eine natürliche Beschreibung mit verwandten Begriffen.
- Pinnwände benennen: Board-Namen und -Beschreibungen fließen ebenfalls in die Suche ein.
- Alt-Text ergänzen: Beschreibe, was auf dem Bild zu sehen ist. Das hilft der Barrierefreiheit und der Auffindbarkeit.
Ein Beispiel für eine Pin-Beschreibung:
Kleines Bad einrichten: 9 platzsparende Ideen für Stauraum,
Spiegelschränke und helle Farben. Mit Produktempfehlungen
für Mietwohnungen. Werbung / Affiliate-Link
Affiliate-Links auf Pinterest kennzeichnen
Auch auf Pinterest gilt die Kennzeichnungspflicht: Nutzer müssen erkennen, dass du an einem Pin verdienst. In der Praxis bewährt sich:
- Ein klarer Hinweis wie „Werbung“ oder „Anzeige / Affiliate-Link“ in der Pin-Beschreibung, gut sichtbar und nicht versteckt.
- Bei Kooperationen mit Marken die Kennzeichnungsfunktion für bezahlte Partnerschaften, sofern sie für dein Konto verfügbar ist.
- Bei Pins, die auf deinen Blog führen, die übliche Kennzeichnung der Affiliate-Links im Artikel selbst.
Verzichte außerdem auf Kurzlinkdienste, die das eigentliche Ziel verschleiern. Pinterest geht gegen Spam und verdeckte Weiterleitungen vor, und manche Pins mit solchen Links werden nicht ausgespielt. Mehr zur richtigen Kennzeichnung erklärt der Ratgeber Affiliate-Links.
Dieser Abschnitt gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Prüfe zusätzlich die aktuellen Richtlinien von Pinterest.
Saisonalität: Früh pinnen lohnt sich
Pinterest-Nutzer planen früh. Wer im Oktober nach Weihnachtsdeko sucht, kauft oft erst im November. Damit deine Pins rechtzeitig sichtbar sind, solltest du saisonale Inhalte mit Vorlauf veröffentlichen:
- JanuarFrühling und Garten
Pins zu Gartenplanung, Frühjahrsputz und Ostern veröffentlichen.
- AprilSommer und Urlaub
Reiseziele, Packlisten, Sommermode und Balkonideen.
- JuliHerbst und Schulstart
Herbstdeko, Schulbedarf und gemütliches Wohnen.
- SeptemberBlack Friday und Weihnachten
Geschenkideen, Deko und Angebote – die umsatzstärkste Zeit des Jahres.
Als Faustregel gilt: Veröffentliche saisonale Pins etwa 45 Tage vor dem eigentlichen Anlass. So hat Pinterest genug Zeit, sie in der Suche einzuordnen.
Erfolg messen
Pinterest Analytics zeigt dir für jeden Pin, wie oft er angezeigt und gespeichert wurde und wie viele Nutzer auf den Link geklickt haben. Entscheidend für dich sind die ausgehenden Klicks – nur sie können zu Provisionen führen.
Um zu sehen, welche Pins tatsächlich Verkäufe bringen, versiehst du die Affiliate-Links mit Sub-IDs, etwa pinterest-bad-ideen-v1 und pinterest-bad-ideen-v2. Im Reporting deines Netzwerks erkennst du dann, welches Motiv nicht nur Klicks, sondern auch Umsatz erzeugt. Erstelle von erfolgreichen Pins neue Varianten und pausiere Themen, die dauerhaft keine Klicks bringen.
Häufige Fehler
- Pinterest wie Instagram behandeln. Hashtags und Selfies bringen wenig. Entscheidend sind suchbare Titel, Beschreibungen und hilfreiche Bilder.
- Programmregeln ignorieren. Nicht jedes Partnerprogramm erlaubt Direktlinks auf Social Media oder die Nutzung seiner Produktbilder.
- Nur Produktfotos pinnen. Reine Katalogbilder gehen unter. Zeige Anwendung, Ergebnis oder eine Idee.
- Zu wenig Geduld. Pins brauchen oft Wochen, bis sie in der Suche ankommen. Bewerte die Ergebnisse frühestens nach zwei bis drei Monaten.
- Fehlende Kennzeichnung. Auch auf Pinterest müssen Affiliate-Links als Werbung erkennbar sein.
Fazit
Pinterest ist einer der unterschätztesten Kanäle für Affiliate-Marketing: Nutzer suchen gezielt nach Ideen und Produkten, Pins bleiben lange sichtbar, und Links lassen sich direkt einbauen. Erfolgreich ist, wer eine visuelle Nische wählt, Pins für die Suche optimiert, saisonal vorausplant und mit Sub-IDs misst, was wirklich verdient. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, hilft dir unser Leitfaden Affiliate-Marketing starten.