Ein Affiliate-Link ist ein Link mit einer persönlichen Partnerkennung. Kauft ein Nutzer nach dem Klick im verlinkten Shop, erkennt das Tracking, über welchen Publisher er kam, und schreibt ihm eine Provision gut. Für den Käufer ändert sich nichts: Er zahlt denselben Preis wie ohne den Link.
Was ist ein Affiliate-Link?
Affiliate-Links sind das wichtigste Werkzeug im Affiliate-Marketing. Sie sehen aus wie gewöhnliche Links und führen auch zum gleichen Ziel, zum Beispiel zu einem Produkt in einem Onlineshop. Der Unterschied steckt in der Adresse: Sie enthält eine Kennung, die dem Shop und dem Affiliate-Netzwerk verrät, wer den Kunden geschickt hat.
Ein Beispiel: Ein Modeblog stellt in einem Artikel Sommerkleider vor und verlinkt jedes Kleid im Shop. Klickt eine Leserin auf den Link und bestellt, erhält der Blog dafür eine Provision von zum Beispiel 12 Prozent. Ohne Affiliate-Link wüsste der Shop nicht, dass die Bestellung über den Blog zustande kam.
Je nach Plattform heißen Affiliate-Links auch Partnerlinks, Tracking-Links oder Empfehlungslinks. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip.
So ist ein Affiliate-Link aufgebaut
Jedes Netzwerk formatiert seine Links etwas anders, die Bestandteile sind aber fast immer dieselben. Ein typischer Affiliate-Link sieht so aus:
https://track.adlesa.com/click?pid=48213&prog=florea&subid=sommerkleider&url=https%3A%2F%2Fwww.florea.de%2Fkleider%2Fmila
- Tracking-Domain
- Der Server des Netzwerks, der den Klick zählt und weiterleitet.
- Partner-ID
- Deine persönliche Publisher-Kennung. Daran hängt die Provision.
- Programm
- Das Partnerprogramm, zu dem der Link gehört.
- Sub-ID
- Optionale eigene Kennung für deine Auswertung (siehe Sub-ID).
- Ziel-URL
- Die Seite im Shop, auf der der Nutzer landen soll – kodiert, damit sie in den Link passt.
Wichtig: Verändere Partner- und Programm-ID nie von Hand. Ein Tippfehler reicht, und Verkäufe werden nicht mehr dir zugeordnet. Die Ziel-URL kannst du dagegen frei wählen, solange sie zur Domain des Advertisers gehört.
Wie funktioniert ein Affiliate-Link?
Zwischen Klick und Provision vergehen oft nur Millisekunden, bis zur Auszahlung aber einige Wochen. Der Ablauf im Überblick:
- 01Klick
Der Nutzer klickt auf deinen Link und landet kurz beim Netzwerk.
- 02Weiterleitung
Das Netzwerk zählt den Klick und leitet sofort zum Shop weiter.
- 03Markierung
Ein Cookie oder eine Klick-ID merkt sich deine Partnerkennung.
- 04Kauf
Der Shop meldet die Bestellung samt Kennung an das Netzwerk.
- 05Provision
Nach der Freigabe wird die Provision ausgezahlt.
Der Kauf muss dabei nicht sofort passieren. Solange die Cookie-Laufzeit läuft, meist 30 Tage, wird auch eine spätere Bestellung noch dir zugeordnet. Klickt der Nutzer in der Zwischenzeit auf den Link eines anderen Partners, gilt in der Regel Last Cookie Wins: Der letzte Klick vor dem Kauf zählt.
Weil Browser Cookies zunehmend einschränken, nutzen moderne Netzwerke zusätzlich Cookieless Tracking. Dabei wird die Klick-ID an den Shop übergeben und die Bestellung direkt von Server zu Server gemeldet. Für dich als Publisher ändert sich dadurch nichts – dein Link funktioniert genauso.
Arten von Affiliate-Links
Nicht jeder Affiliate-Link ist ein Textlink im Fließtext. Diese Formen sind verbreitet:
| Form | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Textlink | Verlinktes Wort oder Satz im Fließtext | Ratgeber, Testberichte |
| Deeplink | Führt direkt auf ein Produkt oder eine Kategorie statt auf die Startseite | Fast alle Inhalte – meist die beste Wahl |
| Button | Auffällige Schaltfläche wie „Zum Angebot“ | Produktboxen, Vergleichstabellen |
| Banner | Grafisches Werbemittel in festen Formaten | Seitenleisten, Newsletter |
| Produktlink aus dem Feed | Automatisch erzeugte Links aus dem Produkt-Feed | Preisvergleiche, große Produktlisten |
| Affiliate-Code | Ein persönlicher Gutscheincode statt eines Links | Video, Podcast, Social Media, Print |
Ein Sonderfall ist der Affiliate-Code: Er funktioniert ganz ohne Klick. Nennt eine Creatorin im Video ihren Rabattcode und die Zuschauerin löst ihn später im Shop ein, wird der Verkauf über den Code zugeordnet. Viele Creator kombinieren beides – Link in der Beschreibung, Code im Video.
Affiliate-Links erstellen: Schritt für Schritt
Bei den meisten Netzwerken, auch bei Adlesa, läuft das Erstellen eines Affiliate-Links gleich ab:
- Als Publisher registrieren. Lege ein kostenloses Konto bei einem Affiliate-Netzwerk an und hinterlege deine Website oder deine Kanäle.
- Bei einem Programm bewerben. Suche passende Programme, zum Beispiel im Partnerprogramm-Verzeichnis, und warte auf die Freischaltung. Erst dann erzeugen deine Links Provisionen.
- Ziel-Seite im Shop kopieren. Öffne das Produkt oder die Kategorie, auf die du verlinken möchtest, und kopiere die Adresse aus dem Browser.
- Link im Konto generieren. Wähle im Bereich für Links oder Werbemittel das Programm aus, füge die Ziel-URL ein und erzeuge den Link.
- Sub-ID ergänzen. Gib dem Link eine eigene Kennung mit, etwa den Namen des Artikels oder den Kanal.
- Testen und einbauen. Klicke den Link einmal selbst an, prüfe, ob du auf der richtigen Seite landest, und baue ihn dann ein.
Tipp: Lege dir eine einfache Übersicht an, welcher Link wo eingebaut ist. Läuft ein Programm aus oder ändert sich ein Produkt, findest du die betroffenen Stellen so schnell wieder.
Sub-IDs: Herausfinden, welche Links verdienen
Ohne Sub-IDs siehst du im Reporting nur, dass ein Programm Umsatz bringt – aber nicht, welcher Artikel, welcher Button oder welches Video ihn ausgelöst hat. Mit Sub-IDs hängst du jedem Link eine eigene Kennung an:
…&subid=blog-sommerkleider-tabelle
…&subid=blog-sommerkleider-fazit
…&subid=instagram-story-0612
Im Reporting erscheinen Klicks und Verkäufe dann getrennt nach diesen Kennungen. So erkennst du zum Beispiel, dass Links in Vergleichstabellen dreimal so gut konvertieren wie Links im Fazit – und kannst deine Inhalte gezielt verbessern. Verwende dabei ein festes Schema, etwa kanal-inhalt-position, und keine personenbezogenen Daten wie E-Mail-Adressen.
Wo du Affiliate-Links einsetzen kannst
Affiliate-Links funktionieren überall dort, wo Menschen nach Empfehlungen suchen. Jeder Kanal hat aber eigene Regeln:
| Kanal | Wo der Link sitzt | Darauf achten |
|---|---|---|
| Website & Blog | Im Text, in Produktboxen und Vergleichstabellen | Kennzeichnung und rel="sponsored" |
| YouTube | In der Videobeschreibung und im angepinnten Kommentar | Bezahlte Werbung im Video angeben |
| Link in der Bio, Link-Sticker in Stories | „Werbung“ gut sichtbar am Anfang | |
| TikTok | Link in der Bio, Shop-Funktionen | Werbekennzeichnung der Plattform nutzen |
| Direkt als Ziel-Link des Pins | Keine Kurzlinkdienste, Kennzeichnung im Pin | |
| Newsletter | Im Text oder als Button | Programmregeln zu E-Mail beachten |
Prüfe vor dem Einsatz immer die Bedingungen des Partnerprogramms. Manche Advertiser schließen bestimmte Kanäle aus, etwa E-Mail-Marketing, Gutscheinseiten oder Werbung auf Suchmaschinen (Brand-Bidding). Auf jeder Programmseite im Adlesa-Verzeichnis findest du die erlaubten Werbeformen.
Affiliate-Links richtig kennzeichnen
Affiliate-Links sind Werbung, und Werbung muss als solche erkennbar sein (siehe Kennzeichnungspflicht). Leser sollen auf den ersten Blick verstehen, dass du an einer Empfehlung verdienst. Bewährt haben sich:
- Ein Hinweis direkt am Link, etwa ein Sternchen mit Erklärung oder der Zusatz „Werbung“ bzw. „Affiliate-Link“.
- Ein gut sichtbarer Hinweis am Anfang des Beitrags, nicht versteckt im Footer oder am Ende.
- In sozialen Medien der Hinweis „Werbung“ oder „Anzeige“ zu Beginn des Posts oder die Kennzeichnungsfunktion der Plattform.
Für Suchmaschinen gibt es eine zweite, technische Kennzeichnung. Google empfiehlt, Affiliate-Links mit dem Attribut rel="sponsored" zu markieren (alternativ rel="nofollow"). Damit zeigst du, dass es sich um bezahlte Links handelt, und vermeidest Probleme mit den Richtlinien für Links:
<a href="https://track.adlesa.com/click?pid=48213&prog=florea…"
rel="sponsored noopener" target="_blank">Sommerkleid Mila bei Florea*</a>
Dieser Abschnitt gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Die genauen Anforderungen hängen vom Kanal und vom Einzelfall ab.
Kurzlinks und eigene Weiterleitungen
Lange Affiliate-Links wirken in Social Media und Videobeschreibungen unübersichtlich. Viele Publisher kürzen sie deshalb oder leiten sie über die eigene Domain weiter, etwa deinblog.de/go/florea. Das hat Vorteile: Links sehen aufgeräumter aus und lassen sich zentral austauschen, wenn sich ein Programm ändert.
Ein paar Punkte solltest du dabei beachten:
- Eine Weiterleitung ändert nichts an der Kennzeichnungspflicht. Der Link muss weiterhin als Werbung erkennbar sein.
- Einige Partnerprogramme und Plattformen erlauben bestimmte Kurzlinkdienste nicht. Prüfe die Programmbedingungen.
- Teste nach jeder Änderung, ob die Weiterleitung noch auf den vollständigen Affiliate-Link inklusive Partner-ID zeigt.
Häufige Fehler mit Affiliate-Links
- Links vor der Freischaltung einbauen. Bis das Programm dich freigeschaltet hat, werden keine Provisionen erfasst.
- Nur auf die Startseite verlinken. Nutzer müssen das Produkt erst suchen und springen ab. Ein Deeplink auf das passende Produkt konvertiert besser.
- Kaputte oder veraltete Links. Ausverkaufte Produkte, beendete Programme oder geänderte Shop-URLs kosten Umsatz. Prüfe deine wichtigsten Links regelmäßig.
- Fehlende Kennzeichnung. Sie kann zu Abmahnungen führen und kostet Vertrauen.
- Eigene Käufe über den eigenen Link. Das ist in fast allen Programmen verboten und führt zur Stornierung – im schlimmsten Fall zum Ausschluss.
- Zu viele Links ohne Mehrwert. Leser klicken auf Empfehlungen, denen sie vertrauen. Ein ehrlicher Vergleich mit wenigen, gut platzierten Links bringt mehr als ein Artikel voller Links.
Fazit
Affiliate-Links sind einfach erstellt, aber erst richtig eingesetzt verdienen sie Geld: als Deeplink auf das passende Produkt, mit Sub-ID für die Auswertung, klar gekennzeichnet und regelmäßig geprüft. Wer zusätzlich die Regeln der Partnerprogramme kennt, vermeidet Stornierungen. Wie alles im Zusammenhang funktioniert, erklärt unser Grundlagenartikel Was ist Affiliate-Marketing?